Quelle: WESTFALEN BLATT, www.westfalen-blatt.de / veröffentlicht 15.01.2018

Bei der Herrensitzung am Freitag und der Damensitzung am Samstag zeigen die Künsebecker Narren von der KGK närrische Qualitäten

 

Halle (WB). Am Freitag gehen die Herren der karnevalistischen Schöpfung steil. Am Samstag lassen die närrischen Frauen im Landhotel Jäckel »die Sau raus«.

 

Büttenredner »Manni« gibt bei der Herrensitzung der Künsebecker Karnevalsgesellschaft die Schlagzahl vor. Der Alkohol hat es dem Rocker aus Düsseldorf, dessen »Bauchnabel sich immer weiter von mir entfernt«, angetan. »Ich sitze im Flugzeug immer vorne. Wenn der Flieger abschmiert, kommt von hinten noch mal der Getränkewagen vorbei«, erklärt Manni. Bei Polizeikontrollen nimmt er die Brille ab. »Dann hab ich schon mal zwei Gläser weniger«, erklärt er. Den zotenreicher Auftritt belohnen die »Feierbiester aus Ostwestfalen« mit stehenden Ovationen und drei Zugaben.

Mit deftiger Haxe gestärkt

Gestärkt mit deftiger Haxe gehen die Gäste die feucht-fröhliche 17. Künsebecker Herrensitzung an. Vorsitzender Rainer Pohl begrüßt Vertreter befreundeter Vereine. Dem Elferrat folgt der erste umjubelte Auftritt des Nummerngirls. »Moni« hat in jeder Runde weniger an und tanzt auf den Tischen.

Deutlich zugeknöpfter präsentiert sich Annemie Krawtschak. Im dicken Minnie-Mouse-Pullover und Kompressionsstrumpfhose verklickert sie ihren Zuhörern, sie sei auf 115 Internet-Singlebörsen angemeldet, darunter »Rebuy« oder »Tiere suchen ein Zuhause«. Beim Einkaufen habe sie jemanden am Deo-Regal kennen gelernt. Mit dem Flirtversuch »Na, auch keinen Bock zu duschen?«, sei sie aber gescheitert.

»Fire Guardians« lassen die Funken fliegen

Zum Sessions-Motto »Manege frei für die Künsker Narretei« lassen die Mariechen der »Fire Guardians« aus Neuenkirchen die Funken fliegen. »Annabel Anderson« schmettert Hits. Und Thomas Venten legt für die munteren Künsebecker bis tief in die Nacht auf.

170 Närrinnen der KGK-Damensitzung entscheiden 24 Stunden später mittels Applaus, dass die hiesigen Herren der »Künskerle« und der Steinhagener »Moquitos« doch die besten sind. Pünktlich um 19.11 Uhr eröffnen die Zirkusdirektorinnen Molly (Silvia Baars) und Dolly (Birgit Kohl) das Spektakel. Die schrullige Dampfnudel Erna sucht angeblich ihren Ehemann Erwin im Publikum. Als Richard Kroger aus Paderborn, der sich hinter der Maske verbirgt, die beiden Saalhälften zum Wettsingen auffordert, bricht das Eis. Erst recht, als er als Marilyn Monroe und Elvis auftritt. Viele möchten den quirligen Sänger als »Teddy-Bear« durchaus mal knuddeln.

Alle klatschen, singen und schunkeln

Kein Halten gibt es beim Männerballett »Los Mosquitos«. Ihr »Schwanensee«, zu dem sie ihre federbesetzten Röckchen schütteln, ist komisch und anrührend zugleich. Da müssen die gut gebauten Schwäne noch ein zweites Mal über die Bühne schweben.

Als »Künskerle« präsentieren Torsten Wolff, Hans-Peter Fartmann, Friedhelm »Abi« Kortekamp und Mario Vogelsang in schottenkarierter Kluft Karnevalskracher der Kölner Band »Brings«. Alle machen mit, klatschen, singen und schunkeln, jubeln auf Tischen und Stühlen mit. Dagegen überzeugt Nummernboy Bobby trotz Aufforderung »Wir woll’n den Alex seh’n« nur bedingt beim lasziven Tanz auf den Tischen. Büttenrednerin Anika Marten alias Annemie Krawtschak aus Vettweiß bei Köln brilliert als rosa Single-Frau mit losem Mundwerk und holt sich für ihre Scherze die erste Rakete des Abends ab.

Die Garde-Tänzerinnen der »Fire-Guardians« überzeugen auch beim zweiten Auftritt mit Radschlagen und Beinewerfen. Echtes Feuer flammt dennoch nicht auf. Da wird schnell der Ruf nach den Herren der Schöpfung laut. »Mehr Männer auf die Bühne, schließlich ist es eine Damensitzung.«