Quelle: Haller Kreisblatt, 09.02.2018 - www.haller-kreisblatt.de

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So viele Jecken wie selten waren gestern dabei, als die »Künsker Weiber« das Rathaus stürmten. Nur kurz hielten die treuen Vasallen der Bürgermeisterin dem Ansturm stand und dann gab es kein Halten mehr: Anne Rodenbrock-Wesselmann musste wie in jedem Jahr den Schlüssel zu ihrem Amtssitz herausrücken und bekam im Gegenzug von Anette Detering und Birgit Pohl Ersatz aus Brotteig. Mit dem Schlüssel übernahmen die »Narren« die Herrschaft im Rathaus und feierten gewaltig ab. So, wie man es in der Diaspora des närrischen Treibens noch nie erlebt hatte.

Beim traditionellen Karnevalsgedeck mit Sekt und Berlinern feuerten die »Künskerle« einen Kracher nach dem anderen auf die begeisterten Narren ab, die im wahrsten Sinne des Wortes über Tische und Stühle gingen. Da blickte das Rathauspersonal aus sicherem Abstand zuweilen etwas betreten drein und traute seinen Augen nicht. Bei »Polka, Polka, Polka« mischte sich auch die Bürgermeisterin zwischen das närrische Volk und sang lauthals mit. Nicht dabei sein konnte dagegen Marianne Marten. Vor ihrem Besuch im Rathaus hatte die Künsebecker Karnevalsgesellschaft der Zweiten Vorsitzenden einen Besuch im Haller Klinikum abgestattet. Doch nicht nur dort zauberten die Narren mit ihrem Umzug vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht. Sie besuchten Kindergärten, Grundschulen, die Behindertenwerkstatt in Gartnisch, das Marienheim und auch den Marktkauf. Dort gab es eine kleine Stärkung in flüssiger Form und einen Umzug durchs Sortiment. „Viele haben sich so sehr gefreut und schon auf uns gewartet", sagte Sigrun Lohmeyer mit leuchtenden Augen.